Start Bremen Jonny blickt auf Werder „Dann ist da ja auch noch Claudio Pizarro…“

„Dann ist da ja auch noch Claudio Pizarro…“

Jonny Otten, Jahrgang 1961, machte von 1979 bis 1992 insgesamt 349 Spiele für Werder Bremen, in denen er drei Tore erzielte. Zudem brachte er es auf sechs Einsätze für die Nationalmannschaft. Im STADTMAGAZIN wirft der ehemalige Linksverteidiger einen monatlichen Blick auf Werder.

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Jonny Otten.

Werder hat noch kein Spiel der Rückrunde verloren und zuletzt mit dem 3:1 in Leverkusen einen direkten, hoch eingeschätzten Konkurrenten geschlagen. Schafft Werder jetzt die Qualifikation für die Europa-League?
Beim Spiel in Leverkusen hat man gesehen, dass Werder mit Mannschaften solchen Kalibers durchaus mithalten kann. Wenn es uns jetzt gelingt, am Ball zu bleiben und eine kleine Serie zu starten, dann wird das Ziel Europa auf einmal wieder realistisch. Aber jetzt kommen natürlich schwere Spiele mit den Auswärtspartien in München, Hoffenheim und Mönchengladbach sowie den Begegnungen gegen Dortmund und Leipzig, die auch alle international spielen wollen. Ich glaube aber mittlerweile daran, wenn es gelingt, die Leistung von Leverkusen immer wieder abzurufen, dass wir es tatsächlich schaffen können.

Was muss passieren beziehungsweise was darf nicht passieren, wenn es für Werder nach Europa gehen soll?
Werder muss vorne so stabil bleiben wie zuletzt. Mittlerweile treffen wir das Tor, brauchen nicht mehr gefühlt unzählige Chancen, um einen Treffer zu markieren. Und das Schöne ist, dass wir jetzt mit Fin Bartels und Aaron Johannsson auf einmal wieder viele Alternativen haben. Und dann ist da ja noch Claudio Pizarro für die entscheidenden Tore. Auch das könnte ein Faktor werden. Zudem müssen wir versuchen, individuelle Fehler zu minimieren und hoch konzentriert zu sein. Es ist wichtig, dass hinten die Null steht und wir vorne in Führung gehen. Was die Mannschaft dann leisten kann, haben wir in Leverkusen gesehen. Zudem gibt es ja auch die Möglichkeit, über den DFB-Pokal das Saisonziel zu erreichen. Beim Viertelfinalspiel Anfang April auf Schalke ist Werder sicher Favorit. Aber Vorsicht: Schalke hat mit Trainer Huub Stevens einen erfahren Recken geholt.
Auf wen kommt es dabei aus Ihrer Sicht jetzt ganz besonders an?
Es ist ja kein Geheimnis, dass sich Max Kruse in überragender Verfassung präsentiert. In derzeitiger Form ist er für mich einer der besten Spieler der Bundesliga. Die Erfahrung von Niklas Moisander wird zudem wichtig sein. Aber auch Maxi Eggestein wird seine Nationalmannschaftsberufung noch einmal Rückenwind geben. Sein Bruder Johannes ist auch richtig gut drauf. Und vergessen wir nicht Milot Rashica, unsere Rakete, die jetzt in der Rückrunde so richtig zündet. Dann ist da ja auch noch Claudio Pizarro …