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Tag der Dickstrichketten

Matthias Höllings, ehemaliger Pressesprecher der ÖVB-Arena, wirft in seiner Kolumne einen Blick auf die ältere und jüngere Vergangenheit und wagt dabei auch einen Blick hinter die Kulissen.

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Matthias Höllings
Matthias Höllings.

Eigentlich wollte ich am 8. August 2019 mit meinem Stubentiger und ein paar Wollmäusen den „Weltkatzentag“ feiern, habe aber gar keine Katze. Am 13. August gab es wieder etwas zu feiern. „Tag der Linkshänder“. Das passte gut zu mir, da ich diese Kolumne dann ganz locker mit links erledigen konnte. Doch da wir schon im September sind, hier für alle Feierwütigen noch eine kleine Auswahl an Tagen, die es zu würdigen gilt.

Am 4. werde ich den „Tag der Currywurst“ begehen und am 5. gleich mit dem „Kopfschmerztag“ nachlegen. Nach einer Erholungsphase gäbe es zumindest in Amerika am 18. den „Tag der ersten Liebe“. Hm, das waren bei mir nicht die Mädels, sondern die Beatles, aber dazu kommen wir noch. Auch der 15. hat indirekt als „Tag des Friedhofs“ mit den Beatles zu tun – auch dazu später. Am 20. ist „Weltkindertag“. Da bin ich natürlich dabei, obwohl meine Tochter gar nicht mehr zu Hause wohnt. Und für all jene, die am 22. September mit dem „Europäischen Pilztag“ nichts anfangen können, gibt es fünf Tage später den „Tag des Deutschen Butterbrots“. Mein Favorit ist aber … nein, ich fange noch einmal anders an.

Was Moderator Dieter Bohlen bei „DSDS“ ist, ist bei der DSGS der Pressesprecher Dieter John. Er hat bei und mit der „Deutschen Studiengemeinschaft für Straßenmarkierungen e. V“. sein Herz für Zebrastreifen entdeckt und möchte das am 1. September mit dem „Tag des Zebrastreifens“ feiern. Komisch, obwohl es diese Bezeichnung offiziell gar nicht gibt, sondern alle immer nur von Fußgängerüberweg reden. 1952 wurden in München die ersten zwölf Streifen aufgebracht, aber erst 1964 wurde per Gesetzt geregelt, dass Fußgänger auf diesen Streifen Vorrang vor Autofahrern haben. Damals glaubte man noch an die Rücksichtnahme der PkW-Fahrer. Die Zeiten scheinen – zumindest in der Bremer Innenstadt – vorbei zu sein, denn dort findet man kaum noch Zebrastreifen, die im Beamtendeutsch „Dickstrichketten“ heißen (da muss man erst einmal drauf kommen), sondern nur noch Fußgängerampeln. Da sind die Engländer etwas weiter. Die haben 2010 in London den Zebrastreifen als Pilgerstätte auf der Abbey Road unter Denkmalschutz gestellt, weil sich dort vor 50 Jahren die Beatles (meine erste Liebe) diese Streifen für ihre gleichnamige Langspielplatte als Cover ausgesucht haben. Als Beatles-Fan, und ich bin immer noch so einer, muss man dort natürlich gewesen sein und kennt auch die Verschwörungstheorien über den Tod von Paul McCartney („Tag des Friedhofs“), die die Plattenhülle damals nach Erscheinen auslöste. Das würde jetzt hier aber zu weit führen. Wer jetzt neugierig geworden ist:

Am 26. September erzähle ich ab 19.30 Uhr mehr darüber in der Buchhandlung Geist, Balgebrückstraße 16. Bis dahin – und immer schön vorsichtig sein auf den Dickstrichketten.