Start Bremen Höllings Blick hinter die Kulissen Lachen für den Weltfrieden

Lachen für den Weltfrieden

Matthias Höllings, ehemaliger Pressesprecher der ÖVB-Arena, wirft in seiner Kolumne einen Blick auf die ältere und jüngere Vergangenheit und nimmt dabei auch sich selbst schon mal auf die Schippe.

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Matthias Höllings. Foto: Frank Pusch

Immer am ersten Mai-Sonntag machen sich tausende Menschen in ganz Europa auf, um pünktlich um 14 Uhr deutscher Zeit gemeinsam für eine Minute zu lachen. Das ist kein Witz. Das ist der Weltlachtag. Und wer hat’s erfunden? Der indische Arzt Madan Kataria. Ein Lachtag also für den Weltfrieden und die weltweite Freundschaft. Lachen ist gesund und wer nichts mehr zu lachen hat, ist oft körperlich oder seelisch am Ende. Wer kennt das nicht? Aber gerade während der Corona-Pandemie kann einem der Humor schon mal flöten gehen, oder?

Bevor es uns aber vor Panik den Hals zuschnürt, sollten wir lieber vor Lachen platzen, denn Lachen weitet Körper und Seele. 300 verschiedene Muskeln sind vom Bauch bis zum Gesicht beteiligt, wenn Lachen unseren Körper in Rage bringt. Aber Vorsicht! Lachen ist (im positiven Sinne) ansteckend. Sogar, wenn es in musikalischer Form daherkommt. Statt permanent Witze zu erzählen, kann getrost auch einmal auf ein paar Oldies aus der Singlekiste zurückgegriffen werden. Schon 1957 lachte die ganze Nation mit Fred Bertelmann, und sein Lied „Der lachende Vagabund“ wurde dadurch ein Riesenhit.

Heute sorgen Klinikclowns für ein besseres Wohlbefinden und damit bei den Patienten für eine schnellere Genesung. Das wusste in den 60er-Jahren auch schon Manfred Mann. Hätte er sonst mit seiner Band den Titel „Ha! Ha! Said The Clown“ aufgenommen? Elvis, der King of Rock ‘n’ Roll, brachte sich sogar 1969 bei einem Liveauftritt in Las Vegas bei seinem Lied „Are You Lonesome Tonight“ durch einen Textdreher selbst zum Lachen und konnte im Verlauf des Liedes nicht wieder damit aufhören. Schlimmer kam es 1962 in Tansania. Da brach eine Lachepedemie aus. Auch kein Witz – so etwas gibt es wirklich. Scheinbar grundlos begannen damals Menschen zu lachen und kriegten sich nicht wieder ein, was dann allerdings nicht mehr lustig war, da alles mit Weinkrämpfen und Wahnvorstellungen endete. Aber so weit muss es ja nicht kommen. Einen Grund zum Lachen sollte man schon haben, um damit Stresshormone abzubauen und gleichzeitig reichlich Glückshormone auszuschütten. Leichter gesagt als getan.

Deshalb für alle, die am Weltlachtag für eine Minute Lachen für den Weltfrieden zu spät dran waren, oder einfach nur schlechte Laune hatten, hier der Tipp zum Üben: Es gibt von „Der lachende Vagabund“ eine „Lachversion“, die wirklich positiv ansteckend wirkt. Einfach auf Youtube den Titel „Naurava Kulkuri“ des finnischen Schauspielers und Musikers Jean-Pierre Kusela eingeben, der diesen Song 1986 noch einmal neu aufgenommen hat. Man versteht zwar den Text nicht, aber darum geht es bei seiner Version auch nicht. Es geht einfach nur um sein ansteckendes Lachen. Wie sagte schon Charlie Chaplin: „Ein Tag, an dem man nicht lacht, ist ein verlorener Tag!“