Start Bremen Höllings Blick hinter die Kulissen And the winner is …!

And the winner is …!

Matthias Höllings, ehemaliger Pressesprecher der ÖVB-Arena, wirft in seiner Kolumne einen Blick auf die ältere und jüngere Vergangenheit und wagt dabei auch einen Blick hinter die Kulissen.

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Matthias Höllings auf Mallorca. Foto: fr

Bekommt man für das Schreiben einer Kolumne im Urlaub eigentlich die Reisekosten erstattet? Nein, aber schreiben darf man trotzdem. Also in den Flieger nach Malle, wie alle. Da läuft einem doch bestimmt ein Promi vor die Füße. In Palma zum Beispiel hat Christine Neubauer eine Wohnung mit Dachterrasse und malt schöne Bilder. ­Helene Fischer gibt Gastauftritte auf Luxusyachten und Dieter Bohlen lungert auch immer irgendwo herum. Meine Frau und ich entschieden uns für Pollença im Norden der Insel. Dort, das hatte ich zuvor in der Yellow Press gelesen, setzt man sich einfach auf dem Marktplatz vor das Café Ca’n Moixet, besser bekannt als Café Español, und wartet, bis Peter Maffay auf einen Café con leche vorbeikommt. Das macht er regelmäßig, seit er 1972 erstmals mit seinem alten Ford-Transit-Bandbus die damals sogenannte „Hausfraueninsel“ besuchte. Heute, fast 50 Jahre später, legt er dort immer mal wieder eine Verschnaufpause von seiner Musikkarriere ein, sitzt vor seiner Mühle Els Molin aus dem 14. Jahrhundert und schaut entspannt ins Tal.

Wir drehten in Pollença mit vielen Engländern und einigen deutschen Touristen unsere Runden durch die engen Gassen der Altstadt und landeten dann Tag für Tag vor besagtem Café Español. In der „Mallorca Zeitung“ lasen wir, dass es eine Ehrung für Menschen geben sollte, die sich um das Zusammenleben und Wohlergehen auf der Insel verdient gemacht haben. Dieses Mal, 2019, sollte in der Bodega Castell Miguel Peter Maffay geehrt werden. 2001 gründete Maffay in Pollença die „Fundació Tabaluga“, eine Stiftung, die keine staatliche Unterstützung erhält und zwei Fincas unterhält. Zum einen seit 2003 Ca’n Llompart, die Ferienaufenthalte für traumatisierte Kinder ermöglicht, und zum anderen die angrenzende Finca Ca’n Sureda, auf der seit den 90er Jahren ein ambitioniertes Projekt für Biolandwirtschaft betrieben wird.

Als Kolumnist aus Bremen steht man natürlich nicht zwangsweise auf der Gästeliste einer solchen Preisverleihung. Doch unsere Geduld wurde belohnt. Nicht über sieben Brücken, aber an unserem siebten Tag auf der Insel spazierte Peter Maffay in Begleitung seines Sohnes Yaris und dessen Freundin gut gelaunt in Richtung Marktplatz, sah uns vor dem Café sitzen, stutzte kurz, um uns dann mit den Worten zu begrüßen: „Hallo, so wie Ihr ausseht, seid Ihr schon länger hier. Ich bin heute gerade erst angekommen und muss erst einmal mit den beiden etwas essen.“ Im kurzen Smalltalk erwähnte Peter die Preisverleihung zwar nicht, aber die Arbeit zu Hause im Studio und die neue CD „Jetzt“. Deshalb ist es an dieser Stelle ein guter Tipp, sich schon JETZT rechtzeitig um Karten für das Bremen-Konzert zu bemühen. Ruhig die teuersten Tickets kaufen, denn Peter braucht das Geld für seine Stiftung. And the winners are: die Kinder.