Start Bremen Ein virtueller Marktplatz

Ein virtueller Marktplatz

Tobias Mittmann plant gemeinsame Verkaufsplattform für regionale Geschäfte

210
Foto: Adobe Stock

Mit einer Verkaufsplattform will Tobias Mittmann das Sortiment von Bremer Händlern online bündeln. Konsumenten sollen dadurch animiert werden, regional zu shoppen. 

Per Mausklick zum neuen Outfit, zu neuen Möbeln oder digital den Kühlschrank mit Lebensmitteln füllen: Online einzukaufen liegt im Trend, Nachhaltigkeit und regionaler Konsum ebenso. An den Versuch, diese Aspekte miteinander zu verbinden, knüpft die Idee von Tobias Mittmann an. Der Kommunikationsdesigner will eine Plattform etablieren, die Produkte von verschiedener inhabergeführten Geschäften aus Bremen vereint. „Quasi ein Amazon für die Region“, beschreibt er es. Statt Waren bei anonymen Großkonzernen zu bestellen, sollen Konsumenten dadurch animiert werden, Produkte bei Bremer Händlern zu erwerben. Mittmann folgt dabei einem Vorhaben, das vor allem in der Corona-Pandemie vermehrt beobachtbar ist. So versuchen beispielsweise Initiativen wie „Jetzt kaufen in Bremen“ der Handelskammer oder „Plattform Bremen“ Verkaufsangebote sichtbar zu machen und den regionalen Handel zu unterstützen. Der Werbefotograf und Mediengestalter möchte jedoch mit seiner Website das Prinzip der ‚Online-Visitenkarte“ durch eine Shop-Funktion ergänzen. Die Idee: Mit einem einzigen Account sollen Interessierte die Möglichkeit erhalten, verschiedene Produkte zu erwerben und zu stöbern ohne sich dabei von Shop zu Shop klicken zu müssen. „Das Prinzip gleicht einem virtuellen Marktplatz“, so Mittmann. Händler würden dabei, wie beim analogen Einkaufsbummel auch, vor allem von einer Laufkundschaft profitieren können. „Wer kennt es nicht?“, fragt Mittmann. „Man plant ein bestimmtes Produkt zu kaufen und letztendlich landet doch mehr im Warenkorb.“ Geschäfte, die viele zuvor noch nicht kannten, könnten auf diese Weise entdeckt werden und neue Kunden generieren.

Starthilfe bieten

Das Konzept eines virtuellen Marktplatzes hatte der Kommunikationsdesigner bereits 2017 entwickelte. Die Umsetzung scheiterte damals am mangelnden Feedback der Händler. „Bei vielen Betreibern hatten eine Internetpräsenz und ein Onlineshop einfach nicht Priorität“, nimmt Mittmann an. Mittlerweile, da ist er sich sicher, habe jedoch ein Umdenken stattgefunden. „Während der vorübergehenden Schließung in Corona-Zeiten hätten Händler über einen Onlineshop zumindest ihre Produkte weiterverkaufen können“, sagt er, „Das wäre ein klarer Vorteil in der Existenzkrise gewesen.“ Obwohl der Einzelhandel seinen Betrieb weitestgehend wieder aufgenommen hat, hofft Mittmannn durch die Krisenerfahrung nun Händler animieren zu können, den Schritt ins Internet zu wagen. „Wir wollen in erster Linie jenen eine Starthilfe bieten, die ihren Verkauf noch nicht digitalisiert haben“, sagt er. Aber auch Geschäfte, die bereits online verkaufen, seien willkommen. „Letztendlich ist es die Vielfalt, die für die Kunden interessant ist.“

Von Selbstabholung bis Postversand

Den Aufwand für Geschäfte, die Teil der Plattform werden wollen, bezeichnet Tobias Mittmann als gering. Händler, die bereits einen eigenen Shop betreiben, könnten beispielsweise Artikel über eine Excel-Tabelle integrieren. Digitale Anfänger würden dagegen Unterstützung bei den anfallenden Vorbereitungen wie Produktfotos oder Produktbeschreibungen erhalten. Wird eine Bestellung im Shop getätigt, soll der entsprechende Händler eine Benachrichtigung erhalten. Um den Versand müsse er selbst kümmern. „Jeder kann selbst bestimmen, ob er seine Produkte postalisch verschicken, per Fahrradkurier ausliefern oder einfach nur zur Selbstabholung anbieten will.“ Die Abrechnung erfolgt auf Provisionsbasis. Zehn Prozent des Umsatzes soll der jeweilige Händler pro Bestellung der Plattform überlassen. Tobias Mittmann findet das nur fair. „So muss jedes Geschäft nur etwas zahlen, wenn es über den Shop auch etwas verkauft hat.“ In seinen Vorbereitungen ist der Kommunikationsdesigner bisher soweit, dass er eine aktualisierte Homepage vorweisen kann. Nun gehe es darum, interessierte Händler zu finden. Mittmann ist zuversichtlich. „Wir haben schon einige Geschäfte angesprochen und warten nun auf Rückmeldung.“

Händler, die ihre Produkte gerne über die Plattform online verkaufen möchten, können per E-Mail an ahoi@kauf-in-bremen.de mit Tobias Mittmann in Kontakt treten.