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„Ein Kindheitstraum“

Bremer Köpfe: SIXDAYS-Moderator Marcus Rudolph im Interview

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Marcus Rudolph
Foto: Sigrun Strangmann

Geboren in Minden und aufgewachsen in Lilienthal ist Marcus Rudolph seit Kindheitstagen ein absoluter SIXDAYS-Fan. Als er 2013 gefragt wurde, ob er Lust hätte, zum Moderatorenteam zu stoßen, musste er nicht lange überlegen. Und das, obwohl der 51-Jährige als eine der bekanntesten Radiostimmen Deutschlands (Bremen eins, hr3) sowie als Schauspieler auf dem Theaterschiff nicht über Unterbeschäftigung zu leiden hat.

Wie wird man zur Stimme der SIXDAYS?
Ich bin ja nicht die alleinige, sondern es gibt noch zwei weitere Stimmen. Ich bin nur der Werbesprecher und derjenige, der die Interviews führt. Als ich vor einigen Jahren noch als DJ bei den SIXDAYS gearbeitet habe und als es damals zu einer Umstrukturierung bei den Sprechern kam, nahm mich der damalige Macher, Frank Minder, in den Arm und sagte: „Moderieren kannst du doch auch, oder?“. Seitdem bin ich dabei.

Was macht für Sie die Faszination SIXDAYS aus?
Es gibt bei mir seit der Kindheit eine große Faszination für die SIXDAYS. Ich bin damals immer von Lilienthal mit dem Fahrrad – egal bei welchem Wetter – zur Stadthalle gefahren. Zu der Zeit fuhren noch Didi Thurau und Patrick Sercu. Die Atmosphäre, der Sport – das zog mich sofort in seinen Bann. Zudem prägte noch der große Christian Günther mit seiner Stimme das Geschehen. Dass ich jetzt, zumindest in Teilen, sein Nachfolger sein darf, erfüllt mich mit Demut und macht mich auch ein klein wenig stolz. Damit ging ein Kindheitstraum in Erfüllung.

Nicht jeder versteht sofort das Geschehen auf der Bahn. Mussten Sie erst Nachhilfe in Sachen SIXDAYS nehmen oder konnten Sie sofort starten?
Ich musste noch eine ganze Menge lernen, auch wenn dadurch, dass ich schon als Kind immer dort war, natürlich eine gewisse Vorerfahrung mitbrachte. Es ist aber eigentlich gar nicht so schwer, zumal die beiden Sportsprecher das ja auch alles, Abend für Abend, dem Publikum erklären.

Sie sind auch Radiomoderator und Theaterschauspieler. Können Sie diese Aufgaben während der SIXDAYS überhaupt wahrnehmen?
Nein, ich habe mir während der Zeit frei genommen. Ich versuche aber sowieso, Radio und SIXDAYS deutlich zu trennen und moderiere nie zu dem Thema. Das fände ich auch unsauber.

Und beim Theater?
Da muss ich einen großen Dank an Theaterleiter Knut Schakinnis aussprechen, der ausdrücklich darauf Rücksicht nimmt, dass ich bei den SIXDAYS bin. Zu der Zeit laufen Stücke, in denen ich nicht besetzt bin.

Sechs Tage am Stück. Wie läuft das ab?
Gleich mit dem Start am Donnerstag ist die Anspannung hoch, da es darum geht, wie die Eröffnung läuft. Der Freitag geht dann gerne schon mal bis 2 Uhr morgens und wird gefolgt vom Kindernachmittag am Samstag, der bereits um 12 Uhr
beginnt. Da müssen wir auch schon wieder eine Stunde vor Beginn in der Halle sein. Der Samstagabend dauert ungefähr bis 3 Uhr, anschließend Konferenz bevor wir zum Frühschoppen am Sonntag wieder gegen 8 Uhr in der Halle aufschlagen. Am Montag dann der sogenannte „Bremer Tag“ und Dienstag dann das Finale – das ist schon richtig Arbeit!

Wie lange bereiten Sie sich auf das Event vor?
Im Prinzip ist nach den SIXDAYS vor den SIXDAYS, aber die heiße Phase beginnt in etwa drei Wochen vorher. Ab dem Zeitpunkt investiere ich mehrere Stunden täglich. Und das muss auch sein.

Verstehen Sie sich mit den beiden anderen Sprechern, Edgar Mielke und
Mathias Arians, eigentlich als Team?
Absolut. Hinzu kommt aber noch unser DJ Jürgen Rasper. Die Fahrer lieben ihn, weil er einer der wenigen im mittlerweile doch recht kleinen SIXDAYS-Zirkus ist, der darauf musikalisch eingeht, was die Sportler leisten.

Wer ist in diesem Jahr Ihr Favorit?
Das kann ich momentan noch gar nicht sagen, aber es sind viele sehr gute Fahrer am Start und es werden einige Teams um den Sieg mitfahren.

SIXDAYS Bremen vom 11. bis 16. Januar