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Sprungbrett zur internationalen Karriere

Interview mit Uli Beckerhoff zur jazzahead 2018

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Foto: Frank Pusch

Er gilt als virtuoser Trompeter, wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, nahm unter eigenem Namen, als Co-Leader und Solist mehr als 40 Alben auf, trat praktisch auf der ganzen Welt auf und feierte im Dezember seinen 70. Geburtstag. Ganz nebenbei ist Uli Beckerhoff gemeinsam mit Peter Schulze noch künstlerischer Leiter der jazzahead!.

Warum wurde Polen als Partnerland ausgewählt?
Weil Polen eine hochinteressante Szene hat, die international noch nicht so bekannt ist. Polen war eines der ersten Länder Osteuropas, das eine große Affinität zum Jazz entwickelte.

Was reizt Sie persönlich an der Messe?
Mich reizen immer die Showcase-Konzerte. Immer wieder entdecke ich Neues, Gruppen, deren Namen ich zuvor noch nie gehört habe, die sich mit ihrer Bewerbung dann aber als eine von 40 Gruppen aus weit über 600 Bewerbungen durchgesetzt haben. Es ist jetzt nach 13 Jahren jazzahead! schön zu sehen, für wie viele Bands das Showcase-Festival das Sprungbrett zur internationalen Karriere bedeutete.

Was ist für Sie das Besondere an der jazzahead?
Jazz gab es auch bei anderen Messen, war dort aber immer das fünfte Rad am Wagen. Das Besondere in Bremen ist, dass wir den Jazz in den Mittelpunkt gestellt haben, was auch gerade international sehr schnell für viel Aufmerksamkeit sorgte. Mittlerweile haben wir Besucher und Aussteller aus über 60 Nationen. Ich glaube, ich kann sagen, dass sich alle, von den Produzenten über die Booker bis hin zu den Interpreten extrem wahrgenommen fühlen.

Welche Bedeutung hat die jazzahead für Bremen?
An den vier Tagen der Messe kommen ungefähr 2,6 Millionen Euro an direkten Mitteln in die Stadt. Hinzu kommt noch ungefähr eine Million an indirekten Mitteln. Darüber hinaus ist die Messe die größte internationale Veranstaltung die Bremen hat. Wir haben über 100 Millionen Medienkontakte – ich glaube, dazu müsste Werder die Champions-League gewinnen (lacht). Es gibt andere, größere Jazzfestivals in der Welt. Aber in der Form, mit der Mischung aus Showcase-Festival und Business-Marketing sind wir das Weltgrößte. Wenn ich auf meinen Tourneen im Ausland bin und jazzahead! sage, sagt mein gegenüber immer gleich: „Bremen“. Das ist doch schön. (MÄR)

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