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Musste wieder bei null anfangen

Alena Fritz im Interview mit dem STADTMAGAZIN Bremen

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Foto: Dorrien Reeve

Sie gehört zu den bekanntesten deutschen Models: Alena Fritz. Regelmäßig steht die 29-Jährige für Kunden wie Tommy Hilfiger und Calvin Klein vor der Kamera und ist als Sportmoderatorin für Sport1 im Einsatz. Für ihre Liebe zu Ex-Werderkapitän Clemens Fritz, dem sie 2017 das Jawort gab, tauschte sie nicht nur ihren Mädchennamen Gerber ein, sondern verlagerte ihren Lebensmittelpunkt nach Bremen. Im Interview mit dem STADTMAGAZIN sprach Alena Fritz über Fan-Kult, ihre Anfangszeit in Bremen und verriet, wie präsent das Thema Fußball in Ihrer Ehe ist.

Frau Fritz, Sie waren bis vor Kurzem mit Ihrer Familie in Los Angeles. Was verschlug Sie dorthin?
Alena Fritz: Bevor Clemens und ich uns kennengelernt haben, habe ich dort einige Jahre gelebt. Da ich noch mein amerikanisches Arbeitsvisum habe, bin ich hin und wieder beruflich dort. Ich liebe Los Angeles. Ich würde dort nicht dauerhaft leben wollen, aber zum Arbeiten ist es super, da meine Modelagentur dort sitzt. Clemens hat währenddessen in den USA für Werder gearbeitet. Allerdings war er dafür gefühlt überall in den Staaten unterwegs, nur nicht in Los Angeles (lacht). Somit waren wir leider oft getrennt voneinander. Dennoch habe ich mich entschieden, mit meiner Tochter die Zeit in Kalifornien zu verbringen, da ich dort einfach am besten arbeiten kann und viele Freunde habe.

Und wo lässt es sich besser aushalten: am Santa Monica Pier oder an der Bremer Schlachte?
Schwierige Frage. Es hat schon beides seine Reize. Als Familie fühlen wir uns in Deutschland wirklich sehr wohl. Hier sind die Leute in der Regel bodenständig, natürlich und einfach „down to earth“, wie man auf Englisch so schön sagt. In Kalifornien begegnen mir immer wieder Leute, die zum Teil völlig unrealistischen Zielen nacheifern, Milliardäre werden wollen oder von einer Hollywood-Karriere träumen. Wir erarbeiten uns unsere Ziele in kleinen Schritten und sind da deutlich rationaler. Auch wenn ich die kalifornische Sonne und den Lifestyle wirklich sehr genieße: Auf langfristige Sicht gefällt mir die Schlachte dann wohl doch besser.

Wie war es für Sie, als Sie letztendlich nach Bremen gezogen sind: Haben Sie sich auf Anhieb wohlgefühlt?
Naja, da ich gerade frisch aus L. A. kam, war es im Grunde genommen erst mal ein kleiner Kulturschock (lacht). Gebürtig komme ich aus Stuttgart und habe gute zehn Jahre in München gelebt, dort habe ich den Großteil meiner Freunde. In Bremen musste ich wieder bei null anfangen. Aber ich habe sehr schnell wirklich tolle Freunde gefunden und Bremen absolut lieben gelernt, und auch die nordische Mentalität gefällt mir gut.

Bremen ist trotz häufiger Reisen Ihr Lebensmittelpunkt. Gibt es Plätze oder Orte, an denen Sie sich besonders gerne aufhalten?

Der Domshof gehört zu Alena Fritz Lieblingsplätzen. Foto: Marco Meister

Ja, mir gefällt der Domshof in der Innenstadt sehr gut, vor allem zu den Marktzeiten. Außerdem haben wir einen kleinen, süßen Platz unter der Erdbeerbrücke direkt an der Weser gefunden, der uns total gut gefällt. Da machen wir gerne mal ein Picknick. Den Waller Sand, der gerade in der Überseestadt eröffnet hat, finde ich auch super. Da kommt echt Urlaubsfeeling auf. Das Viertel mag ich auch sehr gerne, das hat mich mit seinem alternativen Stil von Anfang an fasziniert.

Können Sie sich in Bremen frei bewegen oder werden Sie oft angesprochen?
Bremen ist eine Fußballstadt, das darf man nicht vergessen. Natürlich gibt es Werder-Fans, die auf Clemens und mich zukommen und Fotos machen wollen. Einige sind auch etwas zu wild, vor allem wenn vor den Spielen Alkohol geflossen ist. Im Großen und Ganzen ist der Umgang hier mit uns aber sehr respektvoll, vor allem, was unsere kleine Tochter betrifft. Das ist in anderen Städten oft anders.

Wie meinen Sie das?
Wir halten unsere Tochter bewusst aus der Öffentlichkeit raus und zeigen ihr Gesicht auch nicht in den sozialen Medien. Trotzdem wird sie in anderen Städten immer wieder fotografiert und ich musste mich teilweise schon persönlich vergewissern, dass die Fotos gelöscht wurden. In Bremen ist mir so etwas noch nie passiert.

Sind Sie ohne Ihren Mann denn anonymer unterwegs?
Hier schon, in München und Stuttgart ist es witzigerweise genau umgekehrt. In Bremen lebt der typische Werderfan, in München und Stuttgart der Boulevardmagazin-Leser, wenn man so will. Dort werde ich dann öfter erkannt als mein Mann.

Können Sie sich vorstellen, dauerhaft in Bremen zu wohnen?
Auf jeden Fall. Wir bauen gerade ein Haus. Wir haben zwar schon ein wunderschönes Zuhause, aber ein gemeinsames Heim von Grund auf zu bauen, ist natürlich nochmal etwas anderes.

Hatten Sie jemals das Problem, auf die Bezeichnung „Spielerfrau“ oder „die Frau von“ abgestempelt zu werden?
Nein, ganz im Gegenteil. Das liegt daran, dass ich einen ganz anderen Draht zur Öffentlichkeit habe als mein Mann, der sich da ja sehr zurückhält. Das ist übrigens etwas, das ich sehr an ihm mag. Am Anfang unserer Beziehung gab es dann eher Schlagzeilen wie „Alena hat einen neuen Mann“. Dass in Bremen eher Clemens im Fokus steht, ist völlig klar und total in Ordnung für mich.

Wenn eine Sportmoderatorin und ein ehemaliger Fußballprofi zusammenleben, muss es doch eigentlich dauernd um Fußball gehen, oder?
Als mein Mann noch gespielt hat und ich die Freitagssendung auf Sport1 moderiert habe, war das Thema Fußball schon sehr präsent. Für die Pre-Analyse zu den anstehenden Spielen habe ich mir oft seine Meinung und Ratschläge angehört. Allerdings war es mir auch wichtig, bei Spielen, die ihn selbst betreffen, unvoreingenommen zu sein.

Sie haben nach Ihrer Hochzeit den Namen Ihres Mannes angenommen, trotz gegenteiliger Empfehlungen. Eine durchdachte Entscheidung?

Seit 2017 verheiratet: Alena und Clemens Fritz. Foto: FR

Nein, durchdacht war sie nicht, aber sie kam von Herzen. Wir sind eine Familie und es war mir wichtig, dass wir alle den gleichen Nachnamen haben. Beruflich hat der Name Alena Fritz allerdings einen schwierigen Stellenwert. Viele Kunden bestehen immer noch auf meinen Mädchennamen Gerber. Und auch in der Presse taucht der Name immer wieder auf. Am Anfang hat mich das geärgert, aber mittlerweile bin ich da gleichgültiger geworden.