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Den Broadway als Ziel

Bremer Köpfe: Sara Dähn, Sängerin und Musicaldarstellerin

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Eigentlich war sie Schwimmerin, bis Sara Dähn ihre Liebe zur Musik entdeckte. Mittlerweile hat die gebürtige Bremerin mehrere nationale und internationale Preise gewonnen – zuletzt mit „Voice Over Piano“ den Titel in der Kategorie „Scenic Pop/Shows Choirs“ bei der Weltmeisterschaft der Chöre im russischen Sotschi. Die 25-Jährige besuchte schon mehrmals die deutschen Truppen im Ausland, trat im Bundeskanzleramt vor der Bundeskanzlerin auf und setzte zuletzt sogar erstmals ihre Füße auf den Broadway in New York. Im Interview spricht die ausgebildete Musicaldarstellerin über ihren Weg zur Musik, eigene Songs sowie ihre Ziele für die Zukunft.

Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Eigentlich war ich als junges Mädchen Leistungsschwimmerin und hatte anfangs eher Sport als Musik im Kopf. Irgendwann habe ich dann die Musik für mich entdeckt und mich in dem Gebiet ausprobiert. Thomas Blaeschke, mit dem ich ja jetzt „Voice Over Piano“ zusammen mache, hat mich damals gesehen und zu mir gesagt, dass ich Talent hätte. Das hat mich zusätzlich motiviert.

Und dann haben Sie gleich los gelegt?
Nein, ich hab zuerst wahnsinnig viel geübt und Unterricht genommen. Ich habe versucht, alles was ging, irgendwie aufzusaugen und auszuprobieren. Ich habe praktisch jede Bühne mitgenommen, auf die ich durfte und eigentlich auch alles gesungen, was ging.
Gab es ein Schlüsselerlebnis?
Nein, in diesem Sinne nicht. Ich bin früh ins kalte Wasser gesprungen und habe neben ausgebildeten Musicaldarstellern auf der Bühne gestanden. Es ging alles Step-by-Step bei mir.

Sara Dähn. Foto: Marco Meister

Würden Sie sich selbst als Musicaldarstellerin bezeichnen?
Das bin ich natürlich auch. Aber ich bin nicht darauf festgelegt. Musikalisch singe ich auch Rock, Pop, Blues und Chanson.

Der ehemalige Werder-Präsident Jürgen L. Born bezeichnete Sie als „ernstzunehmende hanseatische Antwort auf Helene Fischer“ …
Das ehrt mich natürlich in gewisser Weise. Ich mag, was sie macht und schätze sie wirklich sehr. Aber ich bin Sara Dähn und versuche nicht jemand anderes zu sein. Jeder Künstler sollte auch ein bisschen an sich selber glauben.
Dennoch interpretieren Sie hauptsächlich Lieder von anderen.
Das stimmt, aber immer in unseren ganz eigenen Versionen und so mache sie mir zu eigen.

Machen Sie auch eigene Songs?
Wir schreiben durchaus eigene Songs. Thomas Blaeschke komponiert die Musik und ich schreibe die Texte dazu. Wir bauen bei jedem Auftritt auch mindestens einen eigenen Titel ein, der dann beispielsweise von Stücken von Beyoncé und Udo Jürgens oder Queen umrahmt wird. Wir gucken dann immer ganz genau, wie die Leute reagieren.

Hat Ihnen der Leistungssport beim Erlernen der Gesangsfähigkeiten geholfen?
Der Leistungssport hat mir bereits in jungen Jahren beigebracht, was es heißt, an einem Thema dran zu bleiben. Man kann sich nur weiterentwickeln, wenn man stetig an sich arbeitet. Diese Form der Disziplin lässt sich durchaus vom Sport auf die Musik übertragen. Wenn man anfängt, rumzudümpeln und das Ziel nicht mehr vor Augen hat, passiert auch nichts weiter.

Wie war es, im Bundeskanzleramt vor der Bundeskanzlerin aufzutreten?
Es war vor allem eine ganz große Ehre. Die Aufregung war entsprechend groß. Vor allem, wenn die Bundeskanzlerin dann auch erscheint und auch noch ein Foto mit uns macht. Ganz so schlecht scheinen wir auch nicht gewesen zu sein, immerhin wurden wir wieder eingeladen (lacht).

Wie waren die Auftritte bei den deutschen Truppen im Ausland?
Außergewöhnlich. In Afghanistan begab man sich in ein Krisengebiet. Dort gab es vor allem ein sehr dankbares Publikum. Ich fand es besonders toll, dass dann nicht nur die deutschen, sondern auch schwedische, amerikanische und andere Soldaten zu den Auftritten gekommen sind. Im Anschluss gab es dann neben Autogrammwünschen auch immer Gespräche mit den Soldaten. Das Ganze war schon sehr intensiv.

Hatten Sie Bedenken, nach Afghanistan oder nach Mali zu reisen?
Natürlich. Vor allem meine Mutter hat sich immer große Sorgen gemacht. Es wurde im Vorfeld aber immer geklärt, dass die Lage vor Ort sicher ist. Es gab auch einige Male, an denen wir nicht fahren konnten.

Zuletzt waren sie zumindest schon einmal in der Nähe des Broadway.
Richtig, wir sind im Havard-Club in New York aufgetreten, was eine absolute Ehre für mich war. Es hat Riesenspaß gemacht. Und es hat sich gelohnt. Wir sind erneut eingeladen worden und werden im Mai dort auch noch einmal einen Gig haben. Geplant sind zudem Auftritte in San Francisco und Los Angeles, was ein großer Schritt für uns wäre.

Welche Ziele verfolgen Sie konkret?
Wer groß träumt, kann auch Großes erreichen. Wir haben schon noch einige Ziele vor uns. Gerade wenn wir mit Orchester und Band auf großen Bühnen und vor großem Publikum auftreten, gibt mir das einen gewissen Kick. Das würde ich gerne noch öfter machen.
Und wenn ein Angebot vom Broadway kommt?
(lacht) Da würde ich nicht nein sagen. Sicherlich ist es auch ein Ziel, dort irgendwann mal aufzutreten. (MÄR)