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Bremens höchster Berg

Michaela Schaffrath ist Schauspielerin, Sprecherin und Moderatorin. In ihrer Kolumne entdeckt die Neubremerin für das STADTMAGAZIN Bremen die besonderen, verborgenen und weniger bekannten Orte der Hansestadt.

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Michaela Schaffrath (50), Schauspielerin. Foto: C. Anthonyo

Wenn man nach Ausflugszielen in Bremen gefragt wird, dann fallen einem erst mal spontan der Marktplatz mit dem Roland, der Dom, die Bremer Stadtmusikanten, das Schnoor-Viertel oder die Schlachte ein. Das sind zweifelsohne nur einige, äußerst sehenswerte Attraktionen unserer wunderschönen Stadt. Aber haben Sie schon mal darüber nachgedacht, die Blockland-Deponie zu besuchen? Ich gebe zu, im ersten Moment klingt dieser Vorschlag vielleicht auch eher etwas „unappetitlich“, da wir bei dieser besagten Deponie in erster Linie an Müll denken. Aber wussten Sie, dass sich dort, jenseits von den Touristen-Hot-Spots, etwas ganz Besonderes befindet? Ein fast magischer Ort, der jeden Familienausflug zu einem besonderen Erlebnis macht. Auf einem stillgelegten und rekultivierten Teil der Blockland-Deponie entstand in circa 40 Meter Höhe eine Aussichtsplattform, auf der sich ein Kunstwerk aus recycelten Hafenspundwänden befindet.

Zum Schutz der Umwelt wurde die ehemalige Deponie mit einer dicken Sandschicht und einer Kunststoffabdichtung überzogen. Darauf wurde dann eine Kiesdrainage und eine Abdeckung aus Rekultivierungsboden, die etwa einen Meter hoch ist, angelegt. So entstand die grüne Aussichtsplattform. Die Stelen sind zwischen 2,5 und 4 Meter hoch und in einem Kreis mit 25 Metern Durchmesser angeordnet. Dieses außergewöhnliche Kunstwerk trägt den Namen „Metalhenge“ und ist ein astronomischer Aussichtspunkt. Mögliche Assoziationen zum jungsteinzeitlichen Monument „Stonehenge“ in England sind beabsichtigt. Durch die Nachempfindung einiger Stelen werden mehr als 4000 Jahre Zeitgeschichte wiedergespiegelt. Die Besucher haben die Möglichkeit, die astronomische Bedeutung des englischen Originals besser zu verstehen. Liebhaber der Archäoastronomie kommen an diesem besonderen Ort voll auf Ihre Kosten. Wenn sich Ihr Interesse daran aber in Grenzen hält, lohnt sich der Aufstieg trotz alledem. Auf dem einen Kilomter langen, barrierefreien Wanderweg kann man immer wieder Zwischenstopps auf einer der zahlreichen Sitzbänke einlegen und das tolle Panorama genießen. Auf etwa der Hälfte des Weges können Sie den Weg auch durch eine Steintreppe abkürzen.

Oben angekommen werden wir mit einem umwerfenden 360-Grad-Blick auf unsere schöne Hansestadt und das Blockland belohnt. Besonders schön ist es hier, wenn man den Sonnenuntergang miterleben kann, inklusive eines Sundowners im Gepäck.
Genießen Sie den Ausflug auf Bremens höchsten Berg. Noch ein kleiner Tipp am Rande: Nehmen Sie ein Fernglas mit.