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Rauchende Colts

Dirk Böhling, Jahrgang 1964, ist Schauspieler, Regisseur, Moderator und Autor. Im STADTMAGAZIN wirft er einen Blick auf seine Generation – und auf Bremen.

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Dirk Böhling
Dirk Böhling, Foto: FR

Wie könnte man das neue Jahr besser begrüßen, als mit einer Geschichte aus dem wilden Westen? Ja ich denke, es ist tatsächlich an der Zeit, einmal einen Western zu schreiben und weil ich im Norden aufgewachsen und ähnlich wie Karl May noch nie in der amerikanischen Prärie herumgeritten bin, muss ich mir eben einen ausdenken.

Also stellte ich mir die Frage, woher ich denn wohl den Stoff für eine mitreißende Story bekommen könnte und bin – wie so oft – in meiner Kindheit fündig geworden. Ich kannte schließlich nicht umsonst jeden Cowboyhutträger in unserem Fernseher persönlich, und wenn es einen Sinn gehabt haben soll, Stunden vor der flimmernden Postkutsche zugebracht zu haben, dann vielleicht diesen. Also, reiten wir los und dem Abenteuer entgegen, Gringos. Ach ja, wenn Sie in dem folgenden Text vielleicht die eine oder andere alte Serie … also … das ist dann reiner Zufall – Indianer-Ehrenwort. Westlich von Santa Fé gab ich Fury die Sporen, als ich plötzlich etwas witterte: Rauchende Colts, kein Zweifel. Hier musste etwas vorgefallen sein und es war nicht lange her. Das roch nicht nach Western von gestern, das roch Big Valley. Also stieg ich vom Pferd, um das Gelände zu erkunden …

Hier lagen Tausend Meilen Staub, der Bau des Union Pacific war nicht beendet worden und Die Leute von der Shiloh Ranch mittlerweile weitergezogen.  Plötzlich hörte ich hinter mir ein Geräusch. Ich schnellte herum, erkannte meinen alten Freund Davy Crockett und musste plötzlich niesen … „Bonanza!“ rief ich aus und er antwortete „Gesundheit, Bronco“. Nun erst fand ich Zeit, ihn zu begrüßen. „High Chaparral“, sagte ich zu ihm. Wir hatten uns einst Am Fuß der Blauen Berge kennengelernt und uns eine ganze Menge von Cowboys, Sheriffs und Banditen erzählt!

„Was treibt dich in diese schmutzige Gegend?“ fragte ich ihn. „Der Mann ohne Namen!“, war die Antwort. „Cheyenne?“, brach es aus mir heraus, denn ich wusste sofort, von wem er sprach. „Das ist doch wohl Der letzte Mohikaner. Genau wie Der Texaner. Was hast du mit den beiden zu tun?“, fragte ich. Ich bekam keine Antwort. Er sagte nur „Lassie in Ruhe“, sprang auf sein Pferd Hondo und ritt davon. Er war also nicht besser als Josh, der Kopfgeldjäger, dachte ich bei mir. Ich hatte mich in meinem Freund getäuscht … Oder nicht? Nun, wir werden uns wiedersehen, da bin ich mir sicher. Und dann werden wir mit Fuzzy und dem Mann, der um 12 Uhr mittags seine Winchester 73 schneller als sein Schatten zieht, Poker spielen. Und wenn ich geWinnetou ich ihm den Gefallen und vergesse alles andere. Denn so funktionieren die Abenteuer im Wilden Westen.

Das war immer so und das wird sich auch nicht ändern! Und jetzt … ab nach Laramy, die Sonne putzen. Yihaah und Hüahh!