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„Porno-Name“ gefällig?

Dirk Böhling, Jahrgang 1964, ist Schauspieler, Regisseur, Moderator und Autor. Im STADTMAGAZIN wirft er einen Blick auf seine Generation – und auf Bremen.

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Dirk Böhling
Dirk Böhling, Foto: FR

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich einen Künstlernamen zuzulegen? Gut, dann fangen wir heute damit an. Und ich lege noch eine Schippe drauf. Wir finden heute für Sie nämlich nicht nur einen individuellen Künstlernamen – nein! Wir finden heute Ihren „Porno-Namen“ – also einen Künstlernamen, den Sie für einen Pornofilm brauchen, wenn Sie demnächst mal in einem mitwirken sollten …

Wenn nicht, kann es trotzdem nicht schaden, einen „Porno-Namen“ zu haben – man weiß nie, wofür das gut ist. Lustig ist es in jedem Fall. Und wenn die nächste Party mal wieder nicht so recht in Schwung kommt, man sich vielleicht gerade nicht so viel zu sagen hat oder man beim nächsten Küchen-Sit-in mal so richtig punkten will, dann wissen Sie nun, was zu tun ist. Richtig: „Porno-Namen“ finden – und das geht so: Zunächst einmal erinnern wir uns an unsere prilblumenbunte Kindheit oder Jugend und an unser erstes eigenes Haustier. Wahlweise darf es auch das Lieblingskuscheltier sein – nur eben nicht irgendeines, sondern ein besonderes.

Der Name dieses Kuschel- oder Haustieres ist schon der halbe „Porno-Name“ – jawohl! Sie haben nämlich soeben Ihren „Porno-Vornamen“ gefunden – Glückwunsch! Was Ihnen nun noch fehlt, ist der gänzlich individuelle Touch Ihres „Porno-Namens“. Und dafür muss – wie so oft – Mutti herhalten. Es klingt zwar zunächst einmal seltsam, aber Ihre Frau Mama spielt tatsächlich eine entscheidende Rolle bei der Findung Ihres „Porno-Namens“. Fügen Sie nun bitte einfach den Mädchennamen Ihrer Mutter an den schon vorhandenen Vornamen (genau, den des Kuschel- oder Haustieres) und voilà: Ihr frisch gefundener, wohlklingend origineller und ganz eigener „Porno-Name“!

Nun haben Sie wirklich – um es mit Loriot zu sagen – etwas Eigenes. Etwas, dass nur Ihnen ganz allein gehört, und mit dem Sie allein machen können, was Sie wollen.
In meinem Bekanntenkreis jedenfalls hat die Findung des „Porno-Namens“ nicht selten großes Entzücken hervorgebracht. Enge Freunde, die plötzlich „Bimbo Kaiser“, „Teddy Pransen“ oder „Hasso Senftenberg“ heißen, sieht man plötzlich in einem ganz anderen Licht. Und wenn Sie das nächste Mal Ärger mit Ihrem Chef haben sollten, fragen Sie Ihn einfach nach Mama und Kuscheltier und glauben Sie mir, wenn dann „Muschi Wehrmann“ oder so jemand Stress macht, ist das gar nicht mehr so schlimm! Mein „Porno-Name“ ist übrigens „Kuki Roelofs“ – ich bin aber trotz dieses wirklich hervorragenden Pseudonyms noch nie in einem Nackedei-Streifen besetzt worden …

Also am Namen kann es jedenfalls nicht liegen!