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Schönheitskur auf der Wolke

Ausprobiert: Ein Hydra-System-Peeling in der Beautylounge Bremen

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Foto: KW

Von Peeling und Needling über Toner und Serum bis hin zu Lotion und Maske: Dass Hautpflege eine Wissenschaft für sich ist, wird spätestens bei einem Blick in die sozialen Medien klar. Neben einer breiten Produktpalette tauchen immer wieder innovative Behandlungen auf, die versprechen, das Hautbild zu revolutionieren. So auch das Hydra System-Peeling, wie es beispielsweise die Beautylounge Bremen anbietet. Unsere Redakteurin Jennifer Fahrenholz hat es getestet.

„Wow, riecht das hier gut!“ Als ich den Empfangsbereich der Beautylounge betrete, ist meine Begrüßungsetikette kurz vergessen. Es ist ein frischer Duft, der die Wohlfühloase in der Obernstraße erfüllt. Wenn Urlaub einen Geruch hätte, dann wäre es dieser. „Das ist Zitronenmelisse“, klärt mich Barbara Kellner-Raphoz auf. Die Kosmetikerin trägt einen Mundschutz – eine partikelfiltrierende FFP-2-Maske, um genau zu sein. Ihre kleinen Augen verraten mir jedoch, dass sie mich lächelnd begrüßt. Während sie mir die Jacke abnimmt, blicke ich mich um. Die Wände sind hell gestrichen, silberne Wohnaccessoires sorgen für einen modernen Look. Barbara Kellner-Raphoz führt mich in den Behandlungsraum, in dem sich mein Selbstversuch abspielen wird. Mein Blick fällt auf ein Gerät. Neben zwei mit Flüssigkeit befüllten Behältern befinden sich verschiedene verkabelte Aufsätze in einer Halterung. Wie beim Zahnarzt, denke ich und schmunzele. Die Kosmetikerin scheint meine Verwirrung zu bemerken und erklärt: „Das ist das Gerät, mit dem ich die Behandlung heute durchführe.“

Behandlung mit System

Bei der Anwendung
werden verschiedene Aufsätze eines Gerätes verwendet.

Hydra-System-Peeling: So heißt die Anwendung, die ich gleich kennenlernen werde und die verschiedene Behandlungsschritte und Wirkstoffe kombiniert. Das Prinzip: Die Haut wird gepeelt und anschließend mit Feuchtigkeit versorgt, alles wird an die individuellen Bedürfnisse angepasst, so verrät es bereits der Name. „Eine tolle Behandlung, welche die Haut strafft und von innen erleuchtet“, sagt die Expertin. „Sie werden begeistert sein!“ Diese Euphorie steckt an. Wie ein Wackel-Dackel nicke ich in Dauerschleife, während die Kosmetikerin ihre Lobpreisung auf das Hydra-System-Peeling fortsetzt. Adjektive wie prall, glatt und strahlend schärfen meine Aufmerksamkeit. Barbara Kellner- Raphoz deutet auf eine große Liege in der Mitte des Raumes und bittet mich, Platz zu nehmen. „Wir nennen diese Liege liebevoll Wolke“, sagt sie. Ich verstehe die Bezeichnung, als meine Wirbelsäule den Stoff berührt. Ob ich mal über einen Matratzenwechsel nachdenken sollte? Anderes Thema.

Der Mini-Staubsauger

 

Die sogenannte Dermabrasion trägt die oberste Hautschicht ab.

Die Kosmetikerin beginnt die Behandlung mit einer milden Abreinigung. Mit sanften, kreisenden Bewegungen verteilt sie ein Gel auf meiner Haut, welches sie danach mithilfe einer heißen Kompresse abnimmt. Make-up, Straßenstaub und Hautfett sollen auf diese Weise entfernt werden. So weit, so gut, denke ich. Schließlich kenne ich diesen Schritt bereits aus anderen kosmetischen Behandlungen. Was danach folgt, ist jedoch völlig neu für mich. „Ich beginne nun mit der Dermabrasion“, sagt die Hautexpertin. Ein leises Motorgeräusch ertönt und eine kleine Oberfläche gleitet saugend über meine Haut, vergleichbar mit einem Mini-Staubsauger. Zugleich merke ich, wie eine Flüssigkeit verteilt wird: Fruchtsäure. „Dadurch werden die Desmosomen, also die Zwischenzellstrukturen geknackt.“ Simpel formuliert: Die oberste Hautschicht wird abgetragen. An einigen Stellen ist die Anwendung etwas unangenehm, von Schmerz zu sprechen, wäre jedoch überzogen.

Während Barbara Kellner-Raphoz zum nächsten Schritt übergeht und einen Neutralisator zur Anpassung meines pH-Wertes verteilt, kommen wir ins Plaudern. Seit etwa zehn Jahren ist die Beautylounge in Bremen präsent und seit zwei Jahren in der Obernstraße beheimatet. Das Kernanliegen des Unternehmens bestehe darin, Kunden zu schöner Haut zu verhelfen. Das Hydra-System-Peeling gehöre zu den beliebtesten Anwendungen, nicht zuletzt wegen seiner Flexibilität. „Je nach Hautbeschaffenheit können wir einzelne Schritte verkürzen oder intensivieren, ganz nach Bedarf“, so die Kosmetikerin.

Vertrauensvolle Atmosphäre

 

Die Gesichter der Beautylounge: Barbara Kellner-Raphoz (links) und ihre
Kollegin Anke Günther heißen Kunden willkommen.

Nachdem sie meine Haut mit Sauerstoff angeregt und feuchtigkeitsspendende Aloe aufgetragen hat, folgt der für mich angenehmste Schritt der Behandlung. Zwei Metallkugeln berühren mein Gesicht, zunächst kühlend, dann erzeugen sie Wärme – ein angenehmes und zugleich verrücktes Gefühl. „Ich arbeite mit Radiofrequenz“, erklärt Kellner-Raphoz. „So kann die Aloe besser einziehen und die Haut sich beruhigen.“ Tatsächlich – ich kann fühlen, wie sich  meine zuvor leicht prickelnde Haut entspannt. Die Hautexpertin sorgt die ganze Zeit über für eine vertrauensvolle Atmosphäre. Was mir besonders gut gefällt: Sie erklärt mir jeden Behandlungsschritt, ohne mich mit Fachvokabular zu überfordern. Auch meine Fragen beantwortet sie geduldig, etwa als meine geschlossenen Augen nach einer kurzen Ultraschall-Behandlung und einer Eiswellen-Versiegelung blaues Licht wahrnehmen. „Das ist das sogenannte Kollagen-Finish“, sagt sie. Es tue der Haut nach den vielen Behandlungsschritten gut und habe eine beruhigende Wirkung. Nachdem sie mein Gesicht mit einem Lichtschutz versorgt, erklärt sie die Behandlung für beendet. Langsam fährt die „Wolke“ in die Vertikale zurück. Während mein Kreislauf noch gegen das Ende der Ruhephase protestiert, hält mir die Kosmetikerin bereits den Spiegel entgegen. Ich staune nicht schlecht. Trotz leichter Rötungen wirkt meine Haut wohlgenährt, glatter und praller. Barbara Kellner-Raphoz erzählt mir, dass sich eine Wiederholung etwa in 28 Tagen anbiete, entsprechend des Zellteilungszyklus. Als sie mich fragt, ob ich wiederkomme, nicke ich. „Natürlich“, sage ich. „Nicht zuletzt, um wieder Urlaub riechen zu dürfen.“